Über den Dialog zur Erstellung der IEKS

Die Integrierte Energie- und Klimaschutzstrategie des Freistaates Thüringen soll unter Beteiligung der Öffentlichkeit bis Sommer 2017 erarbeitet und bis Jahresende von der Landesregierung verabschiedet werden. Neben Fachexperten aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen werden auch Bürgerinnen und Bürger eingebunden. Ziel ist es innerhalb von sechs für den Klimaschutz zentralen Handlungsfeldern Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten und zu diskutieren, wie die Klimaschutzziele in Thüringen erreicht werden können. Die Handlungsfelder sind:  Energieversorgung, Wirtschaft, Verkehr, Gebäude, Private Haushalte sowie Landnutzung/Landwirtschaft.

Darin werden jeweils vielfältige Unterthemen gebildet, für die konkrete Maßnahmen erarbeitet werden. Ziel ist es, durch die Gesamtheit der Maßnahmen die angestrebten Ziele der CO2-Reduzierung zu erreichen.

Die Handlungsfelder und anfangs vorgeschlagenen Maßnahmen werden auf Grundlage eines Gutachtens des Leipziger Instituts für Energie erstellt. Diese werden im Prozess weiterentwickelt, um spezifisch für Thüringen passgenaue Lösungen zu finden.

Ausgewählte Themenfelder mit Unterthemen

  • Energieerzeugung (zentral und dezentral):
    • erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zur Strom- und Wärmeerzeugung
    • energetische Verwertung von Abfällen; Nutzung von Biomasse; Kläranlagen als Kraftwerke
  • Energieverteilung:
    • Energieversorgungsinfrastruktur (Fokus Wärmenetze)
    • intelligente Infrastruktur (virtuelles Kraftwerk kombiniert Energieerzeugung und Energieverbrauch im Netz)
    • dezentrale Speicher und zentrale Speicher im Netz
  • Energieeffizienz der Energieumwandlung und -verteilung
  • Ressourcen- und Prozesseffizienz
  • Klimafreundliche Produkte
  • Grüne Technologien: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Verfahren und Prozesse
  • Energiemanagementsysteme/Energiedienstleistungen
  • Grundlastversorgung für die Industrie, Eigenerzeugung
  • nahräumliche Vernetzung von Unternehmen und Unternehmensstandorten
  • Information, Beratung und Qualifikation für Unternehmen
  • Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Radverkehr, Privater Personenverkehr (Verkehrsmittelwahl)
  • Infrastruktur für E-Mobilität
  • Intermodalität (Gestaltung von Transportketten) im Güterverkehr
  • Fuhrpark- und Straßenraum-Management
  • Intelligente und vernetzte Verkehrslogistik
  • Wirtschaftsverkehr/Fuhrpark
  • Antriebssysteme – Elektromobilität, Wasserstoff/Brennstoffzelle
  • Vernetzung von Verkehrs- und Energiesystemen - Sektorkopplung
  • energetische Sanierung von Bestandsbauten: Wohnungsbauten, Nichtwohngebäuden (öffentliche, Handels- und Gewerbebauten u.a.)
  • Energieeffizienzkriterien Neubau (Energiestandard, Treibhausgase und graue Energie beim Bauen)
  • Energetische Quartiersentwicklung: Einsatz von gebäude- bzw. quartiersgebundenen Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, Speicher, Vernetzte Verkehrslogistik und Erreichbarkeit
  • Energetische Sanierung, Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen
  • Nachfrageverhalten; Energieverbrauchskennzeichnung von Geräten,
  • Energiesparendes Nutzerverhalten und klimagerechter Konsum (u.a. Ernährung)
  • Energieberatung, Qualifizierung, Information
  • Soziale Auswirkungen steigender Energiekosten
  • Bildung (Klimaschutzbildung im Rahmen kommunaler Klimaschutzkonzepte)
  • Mineraldünge-/ Wirtschaftsdüngemanagement,
  • Erzeugung tierischer Produkte,
  • Energieeffizienz in Landwirtschaft/ Gartenbau,
  • Bioenergie,
  • Wald als CO2-Senke, Energetische Holznutzung,
  • Landnutzung/Landnutzungsänderungen (Boden als CO2-Senke)

Ablauf des Dialogs zur Erstellung der Strategie

Im Laufe des Prozesses werden verschiedene Beteiligungsformate stattfinden. Zu den verschiedenen Zeitpunkten haben sie je einen eigenen Wert für den Gesamtprozess.

Hier werden die Handlungsfelder und die Ziele aus dem Gutachten des Leipziger Instituts für Energie auf Basis des Maßnahmenkatalogs 1.0 vorgestellt. Rückmeldungen zu den Zielen werden gesammelt und die ersten aus dem Gutachten abgeleiteten Maßnahmenvorschläge vorgestellt und debattiert. Leitend ist hier vor allem die Frage, welche Maßnahmen in Thüringen gut oder weniger gut funktionieren und wie die Maßnahmenvorschläge weiter optimiert werden können.

Im Rahmen des Online-Dialoges können alle Interessierten die Maßnahmenvorschläge 2.0 diskutieren, kommentieren und bewerten. Hier sind die Ergebnisse aus der ersten Workshop-Reihe eingeflossen. Der Online-Dialog startet somit nach der ersten Workshop-Reihe. Die Ergebnisse des Online-Dialoges fließen wiederum in den Maßnahmenkatalog 3.0 ein.

Die zielgruppenspezifischen Workshops für Kommunen, Wirtschaft und Jugendliche sollen die Personengruppen einbinden, die für die Umsetzung der Maßnahmen besonders relevant sind bzw. im Rahmen der Workshop-Reihen unterrepräsentiert waren. Hier werden jeweils verschiedene Handlungsfelder adressiert. Die Workshops finden auf Basis der Ergebnisse der ersten Workshop-Reihe (Maßnahmenkatalog 2.0) und zeitgleich mit dem Online-Dialog statt. Die Ergebnisse der Zielgruppen-Workshops fließen in den Maßnahmenkatalog 3.0 ein.

Die Präsenz des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz auf der Landesgartenschau in Apolda mit einem Klima-Pavillon wird genutzt, um die breite Öffentlichkeit in die Erstellung der IEKS einzubinden. Die Besucherinnen und Besucher des Klima-Pavillons haben die Möglichkeit, sich über die Maßnahmenvorschläge zu informieren und einzelne Maßnahmenvorschläge zu bewerten. Den Zeitraum dafür erfahren sie unter: www.klima-pavillon.de

Im Zentrum der zweiten Workshop-Reihe steht die Diskussion der Kontroversen und Umsetzungshindernisse auf Basis des Maßnahmenkatalogs 3.0. Zudem können die Akteurinnen und Akteure die Bedeutsamkeit der Maßnahmenvorschläge priorisieren. Im Ergebnis steht die finale Version der Maßnahmenvorschläge (Maßnahmenkatalog 4.0) in Form eines Endberichtes.

Im Laufe des Dialogprozesses werden die Maßnahmenvorschläge somit mehrfach konsolidiert, bevor sie schließlich in den politischen Prozess übergehen.